Die IG Wien und der Club Alpbach Wien laden zum gemeinsamen Kamingespräch mit Max Edelbacher, Experte für Kriminalistik, ehemaliger Leiter des Sicherheitsbüros und der Mordkommission sowie Fachbuchautor, Gastdozent und TV-Krimidarsteller. Demnächst erscheint ein weiteres Buch zum Thema des Vortrages – “Psyche, Politik und Korruption”.
Wir freuen uns auf euer Kommen!
Thema: “Psyche, Politik und Korruption”
Ort: Café Griensteidl (Michaelerplatz 2, Extrazimmer)
Datum, Zeit: Montag, 7. 5. 2012, 19:00
Jene Bewerber, die ein Problem mit der Adresse natalie.chrstos@ig-wien.at haben, bitten wir die Bewerbung für das IG Wien Stipendium an vorstand@ig-wien.at zu schicken.
Wir freuen uns auf eure Bewerbungen!
Das Team der IG Wien
Für das gut besuchte Kein-Kamin-Gespräch am 17. 4. 2012 im Weltcafé nahmen wir uns viel Zeit für ein offenes und thematisch breites Gespräch mit und rund um Judith Schwentner – Nationalratsabgeordnete und Sprecherin für Entwicklungs- und Frauenpolitik der Grünen.
Von ihrem unvermittelten Schritt in die Politik, die aktuellen Problematiken und Herausforderungen der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, über die Rolle der Medien in der aktuellen Gender Pay Gap-Debatte, einen möglichen antifeministischen Backlash durch die Wirtschaftskrise, oder auch ihre Einschätzung einer politischen Öffnung des Europäischen Forum Alpbach wurde nichts ausgelassen. Heimlicher Leitbegriff: Diversität.
Schwentners Votum für die Vielfalt wurde zunächst biografisch ableitbar: Die studierte Slawistin und Germanistin war nach einem Forschungsaufenthalt in Moskau sowie einem Auslandslektorat in Lemberg zwar sensibilisiert für inter- und transkulturelles Agieren, dennoch brachte der Wechsel aus der NGO-Szene – bis 2008 war sie Chefredakteurin und Leiterin der Grazer Straßenzeitung und sozialen Initiative „Megaphon“ – in die Politik eine Art von ‚Kulturschock‘ mit sich. Erst konfrontiert mit einer komplementären Außenwahrnehmung, profitiert sie heute von dieser ‚Doppel-Perspektive‘.
Als ausdrückliche „Verfechterin des Diversity-Ansatzes“ erwies sie sich auch hinsichtlich frauenpolitischer Fragen und unterstrich die Bedeutung der Quote (sowie funktionierender Sanktionen statt des comply-or-explain-Prinzips) als Mittel zum Zweck zu einer ausgewogenen Beschäftigungspolitik und einem produktiveren Arbeitsklima. Unter ebendiesem Gesichtspunkt wurde schließlich auch die Notwendigkeit einer gendersensiblen Sprache – ausgehend von der These der Abbildung und (Re)produktion von Wirklichkeit durch Sprache – verhandelt.
Im Laufe der facettenreichen Diskussion, aufgespannt zwischen den beiden Arbeitsbereichen Schwentners, wurden die Verbindungen der Thematiken in Bezug auf Bedeutung und Dringlichkeit einerseits, und Außenwirkung wie rückgängige Finanzierung andererseits evident. Zuletzt wurde noch während der Happy Hour ausgiebig in Kleingruppen diskutiert.
Herzlichen Dank an Judith Schwentner für das interessante Gespräch und die realitätsnahe und selbstreflexive Analyse parteipolitischer Gegeben- und Eigenheiten. Hoffentlich sehen wir einander in Alpbach wieder!
In inhaltlicher Vorbereitung und dringender Ergänzung des heurigen EFA-Themas wird Judith Schwentner am 17. 4. mit uns über Stand und Zukunft der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und Frauenpolitik diskutieren. Auch Persönliches soll dabei nicht zu kurz kommen und besprochen werden wird u. a. Schwentners Einstellung zum Forum Alpbach ebenso wie ihr Werdegang von der Germanistin und Auslandslektorin über die Megaphon Chefredakteurin zur Sprecherin für Entwicklungs- und Frauenpolitik und Nationalratsabgeordneten der Grünen. Das Europa von morgen braucht für sie ein„klares Bekenntnis zu einer offenen Gesellschaft, zu Menschenrechten und Gleichberechtigung, zu einem konstruktiven Umgang mit den aktuellen Herausforderungen wie Migration und sozialer Gerechtigkeit“ (parlament.gv.at).
Wir laden euch herzlich ein, aktiv teilzunehmen und freuen uns auf ein offenes Gespräch und eine spannende Diskussion!
Kamingespräch mit Mag.a Judith Schwentner Ort: Weltcafé (Schwarzspanierstr. 15, 1090 Wien) Zeit: 17. 4., 18:30 (noch 3 Tage bis zum Stipendien-Bewerbungsschluss!)
ACHTUNG: Die beiden zeitnah veranschlagten Gespräche am 16. und 19. 4. müssen leider abgesagt werden.
Wir bemühen uns natürlich um Ersatz. Für den Vortrag „Der Comprehensive Approach – Krisenlösung 2.0.?“ von Dr.in Ursula Werther-Pietsch, stv. Leiterin Abteilung VII.4 (Entwicklungs- und Ostzusammenarbeit) im BMeiA wird es jedenfalls einen Ersatztermin im Herbst geben, über den wir euch rechtzeitig informieren werden.
SAG EUROPA DEINE MEINUNG.
AM EUROPÄISCHEN FORUM ALPBACH
VOM 16. 8. BIS 1. 9. 2012
Das Europäische Forum Alpbach – heuer unter dem Motto “Erwartungen – Die Zukunft der Jugend” – ist der Inbegriff eines Treffpunkts von Studierenden, die aktiv zur interkulturellen, geistigen und politischen Basis zwischen den bestehenden und zukünftigen Mitglied¬staaten der Europäischen Union beitragen wollen. Gemeinsam mit 3000 Studierenden und Lehrenden, Kunstschaffenden, PolitikerInnen und Wirtschaftsführenden aus allen Teilen der Welt hast du am Forum Alpbach die Möglichkeit, dich auszutauschen.
BEWIRB DICH JETZT UND FAHR MIT UNS NACH ALPBACH
Unsere politisch übergeordnete und unabhängige Initiativgruppe Alpbach Wien (IG Wien) finanziert und organisiert den Stipen¬diatInnen die gemeinsame An- und Abreise, Unterkunft und Teilnahme am gesamten Forum. Wir legen besonderen Wert auf die Vielfalt der Studienrichtungen unserer TeilnehmerInnen, um horizont¬erweiternde Diskussionen während der Forumsveranstaltungen zu ermöglichen.
EUROPÄISCH – KRITISCH – ENGAGIERT – BUNT
Infos zur IG Wien, zur Bewerbung und zum Forum Alpbach findest du auf dieser Seite und an unserem Alpbach Info Abend am 26.3. um 19:30 im Café Nil (Siebensterngasse 39, 1070 Wien)
DIE BEWERBUNGSFRIST LÄUFT VON 1. 3. BIS 20. 4. 2012 (23:59 CET)!
So wie Burger-Scheidlin am 12. 3. vor dem erstmals gemischten Publikum aus IG Wien Vertreterinnen und Club Alpbach Wien Mitgliedern ‘makroökonomische Dummheiten’ darlegt, scheint der Weg von der Tabaksteuer zum Korruptions- und Spionagesystem erschreckend kurz. Der Geschäftsführer der ICC Austria bricht an diesem Abend eine Lanze für nachhaltigen weltweiten Freihandel und durchschaubare Gesetze: Anti-Dumping-Zölle etwa führten lediglich zu weiteren Geschäftsmodellen organisierter Kriminalität, nationaler Radikalismus in Sachen Handelsbarrieren oder Agrarsubventionen schwäche ohnehin schon schwache HandelspartnerInnen und stünde somit wiederum in Relation zu ideologischer Radikalisierung. Der Weg zum Ziel für Burger-Scheidlin: die Etablierung echter kostendeckender Preise und eine damit verbundene nachhaltige – quasi natürliche – Umstrukturierung. Nach einem mit Beispielen gespickten Vortrag – von Al Capone bis zu pakistanischen Baumwoll-Leintüchern oder moldawischem Menschenhandel – und einer anschließenden Diskussion über Flat Tax, Steuerharmonisierung, Kabarettfiguren in der österreichischen Politiklandschaft und das Geld, das “eigentlich dableiben will” – nicken wir zumindest eines zum Fukushima-’Jubiläum’ einstimmig ab: Atomkraft – in Einberechnung der Abbau- und Versicherungskosten – wäre eigentlich richtig teuer.
Wer wissen wollte, was es mit Claes Oldenburgs künstlerischer Rezeption der amerikanischen Konsumgesellschaft auf sich hat, inwiefern grotesk-übergroße Soft-Skulpturen von Kuchen dem Wiener Aktionismus gegenüber standen, wie das Mouse-Museum in die MUMOK-Sammlung gelangte, was Hertha Firnberg von Mäusen hielt und nicht zuletzt – wie man mit der richtigen Aussprache von “Claes Oldenburg” das Greenhorn von der/dem KunstkennerIn unterscheidet, ließ den Weltfrauentag 2012 im Museum ausklingen.
Die zum 2. Mal stattfindende MUMOK-Führung mit Kuratorin Dr. Eva Badura-Triska bot von Monumentalismen (etwa raumfüllenden Elektrosteckern und der Thematisierung phallischer Lippenstift-Skulpturen) bis Miniaturen (den Alltagsfetischen des Mouse-Museums und des Ray Gun-Wings) alles und entbehrte in diesem Zusammenhang auch nicht ironischer Seitenhiebe auf ein Kulturpatriarchat und die Ausstellungs- und Museumspolitik von Peter Ludwig – Mitbegründer der Österreichischen Ludwig-Stiftung.
Nach einer fast zweistündigen Führung durch alle Ebenen des Museums entbrannte angesichts der geradezu ‘kultur-archäologischen’ Fundstücke des Mouse-Museums noch eine Diskussion über die Zukunft von Kunst und Kultur in einer zunehmend virtuellen Welt – eine inspirierende Ausgangssituation für das EFA 2012.
Wir danken Dr. Eva Badura-Triska für die spannenden Analysen und freuen uns bereits auf ihre Führung durch die Franz West-Ausstellung im nächsten Jahr!